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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Merry Christmas, everyone!!! (The first on our own.)

Jaja, ist schon wieder ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Posting ... Und die ein oder andere Kurzreise wartet noch darauf, hier verewigt zu werden. Aber vielleicht finde ich dafür zwischen den Jahren ja noch einmal die nötigen Momente.


Pünktlich zum Ersten Weihnachtsfeiertag oder Christmas Day, wie er hier heißt, mal wieder ein Blogeintrag! Es ist unser drittes Weihnachtsfest seit Blogbeginn und gleichzeitig das erste Mal, dass wir nicht bei unserer Familie in Deutschland sind (wir hätten sonst noch für ein neues Visum zur Botschaft und auf schnelle Bearbeitung hoffen müssen). Schon seltsam ... Aber wir haben versucht, das Beste draus zu machen bzw. sind noch dabei.

Einen Adventskranz (ohne Tanne) hatten wir schon im letzten Jahr. Aber sind die Preise für solche Stumpenkerzen in Deutschland auch so astronomisch hoch? Ich habe ein Schnäppchen gemacht, als ich für den Zweierpack unter $10 bezahlte ...


Advent, Advent, noch kein Lichtlein brennt.

Aber einen eigenen Christbaum - den hatten wir bislang noch nie. Wozu auch. Wir waren zu den Feiertagen ja immer in Deutschland und für die Adventszeit reichte andere Deko.

Künstliche Christbäume, verkaufsfertig mit Unmengen an bunten Lichterketten, gibt es in jedem größeren Supermarkt. Wollten wir nicht. Wenn schon, denn schon. - Ein bereits gefälltes, aufstellfertiges Exemplar? Selbst aussuchen und fällen? Och nöö, kein Bäumchen sollte für uns sterben.

Die Lösung begegnete mir dann in der Floristikabteilung unseren Stammsupermarkts: Ein Tännchen (Norfolk Island Pine, etwa einen Meter hoch) im Topf. Bingo! Die Deko so traditionell wie nur irgendwie möglich.




Strohherzen und -engel haben wir in einem kleinen Dekoladen in Madison, WI entdeckt. Die Sternspitze war ein Geschenk von Kiki (gekauft in SF). Die roten Kugeln und Wollwichtel - das große schwedische Möbelhaus. Schlecht zu sehen, aber vorhanden: bronzene Glöckchenbälle von Target. Alles recht leicht, denn so viel Last darf nicht auf den dünnen Zweiglein lasten.
Außerdem ist die kleinste Lichterkette, die ich finden konnte, dran - mit läppischen 50 Lämpchen. Für das nächste Jahr (falls wir nicht in Deutschland sein sollten) muss ich nur noch lernen, Fröbelsterne zu basteln. Die fehlten mir irgendwie ...


Zur Vorweihnachtszeit durften auch zwei weitere Sachen nicht fehlen: Grippewelle (bis zu einem Drittel meiner Schüler fehlten) und Weihnachtsmarkt. Da Alex von ersterer erwischt worden war, musste Teil 2 ohne ihn stattfinden - in Minneapolis. Mit Glühwein (ich war aber Fahrer ...), gerösteten Mandeln, Bratwurst und Kartoffelpuffern (nach deutschem Rezept - soooo lecker!). Es sollte aussehen wie ein deutscher Weihnachtsmarkt, denn German Christmas Markets sind ein echter Exportschlager, und der Job wurde erledigt. Einzige Unterschiede: Es wurde Eintritt verlangt (regulär $6 für ein Saisonticket, für uns dank Konzertkarten ermäßigt auf $2) und man brauchte für den Erwerb von Alkohol ein Armband, wozu man erst einmal seinen Ausweis vorzeigen musste.

Aber wir hatten Spaß!


Holidazzle Market auf der Peavey Plaza in Downtown Minneapolis.

Selfie mit Glühweintassen und gebrannte Mandeln


Der frühe Schnee von Mitte November hatte sich bis kurz vor Weihnachten wieder in Wohlgefallen aufgelöst. Die Meteorologen des Lokalsenders unseres Vertrauens wurden auch nicht müde zu betonen, wie mild das Weihnachtsfest dieses Jahr sei - bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Dennoch, am 23. Dezember schüttelte Frau Holle ein wenig ihre Federn. Pünktlich zum Fest ...

23. Dezember, 8:30 Uhr ...

Es ist zwar nun wieder eher graubraun als weiß, aber offiziell waren es weiße Weihnachten. Weiße schneematschige Weihnachten.

Hier in den USA bringt Santa Claus die Geschenke ja immer erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Der Heiligabend wird zum ultimativen Last-Minute-Shopping-Tag (ich muss gestehen, wir waren auch noch einmal kurz los ...). Für etwas mehr Besinnlichkeit am Heiligen Abend (und einige Stunden mit mehr als Zweisamkeit) haben wir Autons und Alex' indischen Kollegen samt Frau eingeladen.

Es gab teilweise typisch deutsches Weihnachtszeug: Apfelmatschkuchen nach dem Rezept meiner Oma zum Beispiel, Stollen ... Baumkuchenspitzen ... Mandelspekulatius ... Pfeffernüsse ...(alles von Aldi), Marzipankartoffeln aus Mamas Care-Weihnachtspaket und eine kleine (*räusper*) Auswahl selbstgebackener Kekse. Kaffee/Tee, nette Gespräche. Eine schöne Art Weihnachten einzuläuten.

*mjam* Nicht im Bild: Der bunte Keks- und Schokiteller

Wir hatten wegen Autons Mädels noch keine Geschenke unter den Baum gepackt, denn Santa war ja noch auf den Weg zu ihnen. Aber als die Gäste wieder ausgeflogen waren, war Bescherung. Und dann gab's Abendessen: Kartoffelsalat (Mamas Rezept) mit Bratfisch. Typisch deutsch (wobei dort eher als Mittagessen).

Vorbescherungsfoto
 
Sieht vielleicht nicht sooo fröhlich aus, aber wir meinen es ernst:

Frohe Weihnachten - ein gesegnetes Fest im Kreise eurer Lieben!



Vom 27.12. bis 1.1. verabschieden wir uns an den Michigansee und Chicago. Wer von dort eine Karte möchte, schicke mir bitte die Antwort auf dieses Rätsel ... ;)

von www.adler-n-subtract.com

Samstag, 4. Oktober 2014

The Changes of Autumn ...

Fangen wir einmal mit dem Offensichtlichen an ...


Der Herbst ist da, die Blätter der Bäume wechseln ihre Farbe. Ich weiß immer noch nicht, warum mich das hier (wie im letzten Herbst) weitaus mehr fasziniert als in Deutschland. Aber so ist es. Richtig aufgefallen ist mir der Beginn der Herbstes aber erst, als ich von einer dreitägigen Klassenfahrt zurück nach Rochester kam. Irgendwas war anders ...

Samstag, 27. September


Ja, wir haben sowohl Wendy's als auch Burger King in Sicht- und Laufweite. (Und McD auf der anderen Seite.)

Die Temperaturen waren noch nicht sonderlich herbstlich, um ehrlich zu sein. Am letzten Wochenende waren wir mit Kiki und Christos dann im Frontenac State Park, um uns den beginnenden Herbst einmal mit Blick auf den Mississippi River anzuschauen. (Außerdem waren die beiden zuvor noch nie am Mississippi gewesen.) So viel hatte sich dort an der Blattfärbung aber noch nicht getan.


28. September



Ihr seht übrigens richtig, am letzten Wochenende hatten wir schönstes T-Shirt-Wetter bei bis zu 25°C! Und auf der designierten "hiking trail" Runde kamen wir durchaus ins Schwitzen. Kurzum: Super Spätsommer! Und das Ende September ... Ich war froh, wenn der Wanderweg durch schattigen Wald statt sonnige Prärie führte. Auch wenn letztere schön anzusehen war ...




Auf dem Heimweg hielten wir dann noch einmal in Wabasha an. Hier waren wir schon mit meiner Mutter im August gewesen - und das Eis war uns als besonders lecker im Gedächtnis geblieben. So lecker, dass man nicht nach Kalorien fragen sollte. Eine "Kugel" (oder: single portion) kostete zwar über zwei Dollar, entspricht aber 2-3 europäischen Kugeln.


Wir wunderten uns nur über die für uns heimatlich anmutende Dekoration - wie zur WM in Deutschland sah es aus!



Die Lösung: Es war SeptOberfest! Das (Münchener) Oktoberfest scheint jeder zu kennen. Bier und Wurst lassen offenbar jedes Stadtchen an sein deutsches Erbe erinnern. Offiziell waren die Feierlichkeiten um 16 Uhr beendet, wir kamen kurz nach 16 Uhr an - aber die liebevoll aufgebaute Deko war trotzdem nicht vor uns sicher, wie die folgenden Fotos belegen ...





Die Sommerlichkeit nahm dann auch im Laufe der Woche immer weiter ab. Sturmböen mach(t)en meine kürzlich erworbene Kapuzenfleecejacke zum idealen Kleidungsstück. Gestern Nacht war es dann erstmals soweit: Es schneeregnete! Fotobeweise gibt es nicht, aber ihr könnt das schon glauben!!! (Edit: Hier ein Wetter-Update!)

Wettervorhersage von kaaltv.com: FROST! 32°F = 0°C
 
Der Winter lässt also vermutlich nicht mehr lange auf sich warten. Ich hoffe nur, dass der (Hundertjährige) Bauernkalender ("farmer's almanach") sich irrt, und dieser Winter nicht noch kälter wird als der letzte ...



Sonstige Veränderungen: Ab (hoffentlich) nächster Woche stocke ich meine Stunden auf und bin an vier Tagen auch nachmittags in der Schule. Von 1-3 gebe ich dann Förderunterricht in Mathe in Klasse 3-6. Die Schüler kommen während der normalen Unterrichtszeit zu mir und ich poliere entweder einzeln oder in Kleingruppen ihre Mathefakten auf. :) "Title 1" nennt sich das ganze und wird von den öffentlichen Schulen finanziert.

Ach ja: Im Dezember geht es zu einer Konferenz nach San Francisco! Alex' Posterpräsentation wurde genehmigt - jetzt muss ich nur noch hoffen, dass gleiches für meine zwei Tage Urlaub gilt ...



Gleich geblieben ist kürzlich der Papierkram um die (Erneuerung meiner) Arbeitserlaubnis, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Montag, 30. Juni 2014

The little things ...



Wir bereiten uns gerade mental auf zwei bzw. vier Wochen in Deutschland vor. Yeah! Und danach kommen mit meiner Mama und einem unserer Trauzeugen die ersten Gäste nach Minnesota. Doppel Yeah! Zu diesem Anlass habe ich mir mal Gedanken gemacht über die kleinen Unterschiede, die wir nach 2+ Jahren hier schon gar nicht mehr als (ver-) störend wahrnehmen, aber einen Touristen vermutlich erst einmal verwirren.



1.       Take your car. Egal, wie kurz der Weg ist, nimm das Auto – ja, das entspricht voll dem Klischee. Wer nicht mit dem Schulbus zur Schule kommt, wird von den Eltern gefahren (entsprechend hoch ist gegen halb neun auch immer das Verkehrsaufkommen vor der Schule). Neben meinem Fahrrad stand während des gesamten Sommers höchstens ein weiteres Schülerrad. Kein Vergleich mit den deutschen Schulhöfen, die von Rädern vollgepflastert sind (zumindest das Provinzgymnasium meiner Schulzeit).

2.       Drive-In. Passend zu Punkt 1. Neben der diversen Fastfoodketten, bei denen man fast überall im Durchfahren bestellen kann, gibt zum Beispiel auch Moka. Hier bekommt man Kaffeeprodukte aller Art ohne das Auto verlassen zu müssen. Der Shop selbst ist so groß wie zwei Litfaßsäulen – aber vermutlich ist außer einer Kasse, Kaffeemaschine(n) und einem Menschlein, das beides bedient, nicht viel drin. Außerdem kann man in den USA auch Post einwerfen oder Geld abheben ohne sein Fahrzeug verlassen zu müssen.

3.       If you ride your bike, change before work. In Arbeitsklamotten (dem Dresscode entsprechend natürlich, also Stoffhose oder Rock und schickeres Oberteil) auf Arbeit zu radeln – wenn man denn radelt, aber das kommt in Rochester schon häufiger vor – ist undenkbar. Wenn immer ich das tue, heißt es „This is sooo European!“ Jaja, wir Europäer haben manchmal schon seltsame Ideen … Wären 100 Meter Höhenunterschied auf 1000 Meter zu bewältigen, würde ich vermutlich auch in Sportklamotten radeln und dann vorm Unterricht duschen. Aber zehn Minuten Radweg immer schön am Fluss lang – wo ist das Problem? Naja.

4.       Deo Sticks instead of Roll-Ons. Ich kaufe Deoroller immer in Deutschland auf Vorrat (Memo an mich: jetzt einen größerer Vorrat mitbringen!). Ich mag diese Deosticks nicht, die es hier stattdessen gibt. Es muss schon einen Grund haben, dass deren Einführung auf dem deutschen Drogeriemarkt scheiterte und sie nur ein absolutes Nischendasein führen.

5.       Peanut Butter Obsession. Wir Deutschen haben Nutella (und das war sehr beliebt bei meinem Geburtstagsbrunch!), die US-Amerikaner haben Erdnussbutter. Jedes Kind wächst mit PBJ sandwiches (peanut butter and jelly) auf, es sei denn, es hat eine Erdnussallergie. Die haben hierzulande deutlich mehr meiner Schüler als in Deutschland. Hmmm.

6.       Pedicure. Fußpflege und lackierte Zehnägel. Aus Gründen, die mir vollkommen unbekannt sind, hat hier die Mehrheit der weiblichen Bevölkerung lackierte Zehnägel. Vermutlich bin ich auch dafür zu pragmatisch. Oh, Gleiches gilt für

7.       Flat Iron. Lange Haare und Seitenscheitel scheint ganz allgemein und international das Styling für Tweens (weiblich, zwischen Pubertät und Ende 20) zu sein. Aber das Glätteisen und ich werden einfach keine Freunde mehr, es fehlt mir dabei eindeutig an Geduld, Übung und Talent. Außerdem mag ich meine Naturwellen.

8.       Turn right at red lights. An allen Ampeln der USA (man braucht übrigens einen Tag, um sich daran zu gewöhnen, dass diese auf der anderen Straßenseite stehen) darf man bei rot rechts abbiegen. Auch ganz ohne grünen Pfeil. Es sei denn, es gibt ein weiteres Schild, das dies untersagt. Kaum ein Verkehrsschild kommt übrigens ohne zusätzliche Worterklärung.

9.       Hunting and Fishing. Jagen und Angeln ist für viele das liebste Hobby, gerade in Minnesota. Und es ist keinesfalls begrenzt auf Herren mittleren Alters und aufwärts. Viele meiner Schüler (12-14 Jahre alt) gehen gerne mit ihren (Groß-) Eltern jagen oder eben fischen. Mir wurde schon stolz ein Foto unter die Nase gehalten, das einen Schüler neben seiner etwa genauso großen Angelbeute zeigte.
Als ich neulich in meiner Siebten erwähnte, auf dem Land aufgewachsen zu sein, hieß es, ich sei dann doch bestimmt schon einmal jagen gewesen. Nein, antwortete ich wahrheitsgemäß, das einzige, was ich jemals geschossen habe, seien Dosen gewesen. Stimmt so auch. Von den unterschiedlichen Regularien wie Jagd- oder Anglerschein in Deutschland vs „permit“ in den USA wollte ich erst gar nicht anfangen.

10.   „Excuse me“. Vielleicht ist es nur eine Nebenform des sprichwörtlichen „Minnesota Nice“. Doch auffallend ist: Sobald sich der Abstand zwischen dir und einem Fremden auf ca. 30cm (foot long) oder weniger verkleinern könnte(!), entschuldigt man sich prophylaktisch dafür. Vor allem im Supermarkt, aber auch überall sonst, wo viele Menschen sind. Ich bekomme manchmal fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit nicht entschuldige und merke im Gegenzug, dass ich mich in Deutschland wahrscheinlich überdurchschnittlich häufig entschuldigen werden, wenn ich irgendwo vorbei will.

11.   „Hello! How are you doing?“ ist eine weitere häufig genutzte Floskel. Den Supermarktkassierer interessiert es höchstwahrscheinlich nicht die Bohne, wie es einem geht. Daher nicht ehrlich antworten (oder doch und dann mal schauen, was passiert), sondern lächeln, aus folgenden positiven Antworten auswählen und (optional) die Frage erwidern: „I am okay/good/fine. How are you?“

12.   A country of extreme opposites. Ein Land der Gegensätze. Obdachlose schlafen auf Parkbänken (in Houston allgegenwärtig, in Rochester klimabedingt eher selten, aber existent) – funkelnde, mit Marmor und Gold verputzte Eingangshallen. Protzige, polierte SUV – vom TÜV aussortierte Rostlauben. Übergewichte Fastfood-Junkies – Gesundheits- und Fitnessfanatiker.


Und Alex und ich sind irgendwo dazwischen. Hab ich noch etwas vergessen?




Gleich gibt es das Achtelfinale – auch wenn sich glücklicherweise USA und Deutschland aus der Gruppe G qualifiziert haben, schaue ich das Spiel auf dem kleinen Bildschirm bei einer Freundin und nicht im Pub (das zum letzten Gruppenspiel gerammelt voll war!). Diesmal mit Deutschlandtrikot. :)



Sorry, ich hatte heute leider keine Fotos für euch.

Sonntag, 1. Juni 2014

Spring or summer?

Während ich diese Zeilen hier schreibe, geht draußen gerade ein herrliches Sommergewitter nieder. Kein Wunder bei der Wetterlage der letzten Woche: 25-30°C, blauer Himmel, Sonnenschein und steigende Luftfeuchtigkeit. Die ersten Niederschläge kamen über Nacht und das ist jetzt gerade wohl der zweite Streich.

Nach Memorial Day (letzter Montag im Mai) beginnt offiziell die Sommersaison. Und das Wetter hat das super abgepasst. Ganz schnell habe ich meine Strickjacken in die Kiste unterm Bett verstaut und die zuvor darin befindlichen Sommertops rausgeholt. Zuvor hatte uns das Maiwetter eher zögern lassen. Aber nun ist war es warm genug, dass sich selbst Alex in kurzer Hose und T-Shirt nach draußen wagte ...


In die Sonne hätte er sich nicht gesetzt ...
Aber außer dem kalendarischen Sommerbeginn am Memorial Day (im Mittleren Westen bepflanzen nur Optimisten ihren Garten wesentlich früher), gab es in den vergangenen Maiwochen noch einige andere untrügliche Zeichen dafür, dass nun Sommer ist - oder Spätfrühling.

Plötzlich - jedenfalls kam es uns nach dem Aufenthalt an der north shore so vor. - blühten alle Pflanzen, Sträucher und Bäume nur so um die Wette ...



Ich fahre inzwischen meistens mit dem Rad zur Schule, muss auf der Route am Silver Lake und Zumbro River entlang derzeit aber besonders vorsichtig sein: Gänseeltern! Wehe, man kommt ihren Jungen auch nur ein ganz kleines bisschen zu nahe - sofort wird man angefaucht. Da hilft nur, möglichst schnell auf dem Rad vorbei zu radeln ...

Ob Großfamilie ...

Alex war vor 2-3 Wochen auf dem Rückweg von der Arbeit auch am Silver Lake entlang gefahren (für ihn eigentlich ein Umweg, aber autofrei und somit stressfreier) und wunderte sich nicht wirklich über die Gänse auf dem Fuß-/Radweg, sondern über die umförmigen fluffigen gelbbraungrauen Bällchen, mit denen sich die Gänse zu umgeben schienen. Bei genauerem Hinsehen waren sie dann aber schnell als Gössel (oder von Alex liebevoll "Gänslinge" genannt) identifiziert.


... oder Einzelkind.
Die ältesten Gössel sind inzwischen schon gar nicht mehr gelbbräunlich, sondern gräulich und schon "gansförmig".

Die größte "Überraschung" für uns nach sechs Monaten (saukaltem!) Winter ist allerdings auch in diesem Jahr wieder, dass tot geglaubte Pflanzen doch wieder grün werden. Das betrifft sowohl das Gras als auch Bäume - unglaublicherweise treiben sie doch wieder aus!

Silver Lake Park
Und weil die Sommerferien ihren Namen hier wirklich verdient haben, sind es für mich nur noch wenige Tage Schule. Montag ist Picknick des 7. Jahrgang (die 8. macht Exkursion), Dienstag früh müssen die Noten endgültig stehen, Mittwoch abend auch schon ist die graduation ceremony - Abschlussfeier - der 8. Klasse. Und Donnerstag ist um 12 Uhr Schulschluss. Abgesehen von einigen Lehrerarbeitstagen im August dauern die Sommerferien dann bis zum 2. September. Ja, ein deutlicher Unterschied zu Deutschland. Aber eine Sache, die den Schülern gemein ist: Wenn die Noten feststehen, macht keiner mehr was. 

*seufz*

Kurzum: Nach dem 9. Juni hab ich wieder mehr Zeit für Postings. Ehrlich.

Montag, 31. März 2014

March Madness ...



Von rekordverdächtigen Minustemperaturen am Anfang des Monats bis hin zu endlich-mal-wieder-über 10°C gestern und heute. Das war der März. Und der ging irgendwie im Zeitraffer an mir vorbei.

Anfang März ...Und ja, das sind Picknicktische im Stil von Bierzeltgarnituren.

Fragt mich nicht, wo der Monat geblieben ist. Ich weiß es nicht! Die Tage werden endlich wieder länger (wir hatten aber auch schon drei Wochen vor Deutschland auf Sommerzeit bzw. daylight saving time umgestellt), die Sonne hat mehr Kraft und der Schnee ist nahezu komplett geschmolzen.


Schon seit Freitag habe ich Frühjahrsferien, die noch die ganze Woche andauern. Der katholischen Schule sei Dank, haben wir zusätzlich noch ein langes Osterwochenende von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag frei (und Alex und ich machen einen Tapetenwechsel – wer unser Ziel errät, bekommt eine Postkarte von dort!). Normalerweise liegt spring break immer direkt vor oder nach Ostern, da es dieses Jahr aber erst so spät gefeiert wird, gibt es netterweise noch zwei extra Tage frei. Nächstes Jahr wird das wieder anders aussehen.



Gleich in der ersten Schulwoche nach Ostern (am Donnerstag) habe ich observation (Hospitation) durch meine Direktorin. Ref-Flashback für mich – ein Unterrichtsbesuch! Mit Vorbereitung und Reflektion. Eine reine Formalie, die meine Siebte und ich schon schaukeln werden. Denn den Termin zur Unterzeichnung des Anschlussvertrages habe ich auch schon im Kalender.



Und was hat mich noch den ganzen Monat beschäftigt? Mein Fitnessprogramm!

Ich habe mich beim Dan Abraham Healthy Living Center (dem Fitnesscenter von und für Mayo) in einem Abnehmprogramm angemeldet. Insgesamt sind wir 12 Leute, alle in meiner Gewichtsklasse (nach BMI) und rackern uns redlich ab, überflüssige Pfunde loszuwerden. Gelebt wird nach der „Mayo Clinic Diet“, was eher ein Ernährungs- als ein Abnehmprogramm ist: Gesund, ausgewogen und aktiv leben. "Everything in moderation!" Außer Sport/Aktivität, davon darf es gerne ein bisschen mehr sein ...

Dan Abraham Healthy Living Center (DAHLC) - Ansicht von Nordwesten, der Ausbau nach oben ist gerade frisch abgeschlossen.

Die ersten Runden (im Studio gibt es eine ~160m Tartanbahnrunde) habe ich noch verflucht, mittlerweile kommt mir die Strecke kürzer vor … Wobei ich immer noch das Fahrrad (notfalls auch das stationäre – die haben alle ein Programm, das Landschaft simuliert, aufgenommen in verschiedenen Regionen Frankreichs) vorziehe und mich schon darauf freue, bald wieder durch die erwachende Natur zu radeln – zurzeit sind noch zu viele Pfützen und/oder Schneereste im Weg. Der Frühling kommt, auch wenn es noch (immer) nicht grünt. Aber das weiße Zeug ist so gut wie weg. Und kommt hoffentlich nicht noch einmal in Massen wieder ...

Silver Lake - vor vier Tagen noch ein bisschen gefroren, aber das ist seit gestern (bei 15°C) auch Geschichte




Ich verspreche noch ein ausführlicheres Update während dieser meiner Ferientage … Dieses hier ist nur der Lückenfüller um wenigstens ein Posting im März zu haben!