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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Merry Christmas, everyone!!! (The first on our own.)

Jaja, ist schon wieder ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Posting ... Und die ein oder andere Kurzreise wartet noch darauf, hier verewigt zu werden. Aber vielleicht finde ich dafür zwischen den Jahren ja noch einmal die nötigen Momente.


Pünktlich zum Ersten Weihnachtsfeiertag oder Christmas Day, wie er hier heißt, mal wieder ein Blogeintrag! Es ist unser drittes Weihnachtsfest seit Blogbeginn und gleichzeitig das erste Mal, dass wir nicht bei unserer Familie in Deutschland sind (wir hätten sonst noch für ein neues Visum zur Botschaft und auf schnelle Bearbeitung hoffen müssen). Schon seltsam ... Aber wir haben versucht, das Beste draus zu machen bzw. sind noch dabei.

Einen Adventskranz (ohne Tanne) hatten wir schon im letzten Jahr. Aber sind die Preise für solche Stumpenkerzen in Deutschland auch so astronomisch hoch? Ich habe ein Schnäppchen gemacht, als ich für den Zweierpack unter $10 bezahlte ...


Advent, Advent, noch kein Lichtlein brennt.

Aber einen eigenen Christbaum - den hatten wir bislang noch nie. Wozu auch. Wir waren zu den Feiertagen ja immer in Deutschland und für die Adventszeit reichte andere Deko.

Künstliche Christbäume, verkaufsfertig mit Unmengen an bunten Lichterketten, gibt es in jedem größeren Supermarkt. Wollten wir nicht. Wenn schon, denn schon. - Ein bereits gefälltes, aufstellfertiges Exemplar? Selbst aussuchen und fällen? Och nöö, kein Bäumchen sollte für uns sterben.

Die Lösung begegnete mir dann in der Floristikabteilung unseren Stammsupermarkts: Ein Tännchen (Norfolk Island Pine, etwa einen Meter hoch) im Topf. Bingo! Die Deko so traditionell wie nur irgendwie möglich.




Strohherzen und -engel haben wir in einem kleinen Dekoladen in Madison, WI entdeckt. Die Sternspitze war ein Geschenk von Kiki (gekauft in SF). Die roten Kugeln und Wollwichtel - das große schwedische Möbelhaus. Schlecht zu sehen, aber vorhanden: bronzene Glöckchenbälle von Target. Alles recht leicht, denn so viel Last darf nicht auf den dünnen Zweiglein lasten.
Außerdem ist die kleinste Lichterkette, die ich finden konnte, dran - mit läppischen 50 Lämpchen. Für das nächste Jahr (falls wir nicht in Deutschland sein sollten) muss ich nur noch lernen, Fröbelsterne zu basteln. Die fehlten mir irgendwie ...


Zur Vorweihnachtszeit durften auch zwei weitere Sachen nicht fehlen: Grippewelle (bis zu einem Drittel meiner Schüler fehlten) und Weihnachtsmarkt. Da Alex von ersterer erwischt worden war, musste Teil 2 ohne ihn stattfinden - in Minneapolis. Mit Glühwein (ich war aber Fahrer ...), gerösteten Mandeln, Bratwurst und Kartoffelpuffern (nach deutschem Rezept - soooo lecker!). Es sollte aussehen wie ein deutscher Weihnachtsmarkt, denn German Christmas Markets sind ein echter Exportschlager, und der Job wurde erledigt. Einzige Unterschiede: Es wurde Eintritt verlangt (regulär $6 für ein Saisonticket, für uns dank Konzertkarten ermäßigt auf $2) und man brauchte für den Erwerb von Alkohol ein Armband, wozu man erst einmal seinen Ausweis vorzeigen musste.

Aber wir hatten Spaß!


Holidazzle Market auf der Peavey Plaza in Downtown Minneapolis.

Selfie mit Glühweintassen und gebrannte Mandeln


Der frühe Schnee von Mitte November hatte sich bis kurz vor Weihnachten wieder in Wohlgefallen aufgelöst. Die Meteorologen des Lokalsenders unseres Vertrauens wurden auch nicht müde zu betonen, wie mild das Weihnachtsfest dieses Jahr sei - bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Dennoch, am 23. Dezember schüttelte Frau Holle ein wenig ihre Federn. Pünktlich zum Fest ...

23. Dezember, 8:30 Uhr ...

Es ist zwar nun wieder eher graubraun als weiß, aber offiziell waren es weiße Weihnachten. Weiße schneematschige Weihnachten.

Hier in den USA bringt Santa Claus die Geschenke ja immer erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Der Heiligabend wird zum ultimativen Last-Minute-Shopping-Tag (ich muss gestehen, wir waren auch noch einmal kurz los ...). Für etwas mehr Besinnlichkeit am Heiligen Abend (und einige Stunden mit mehr als Zweisamkeit) haben wir Autons und Alex' indischen Kollegen samt Frau eingeladen.

Es gab teilweise typisch deutsches Weihnachtszeug: Apfelmatschkuchen nach dem Rezept meiner Oma zum Beispiel, Stollen ... Baumkuchenspitzen ... Mandelspekulatius ... Pfeffernüsse ...(alles von Aldi), Marzipankartoffeln aus Mamas Care-Weihnachtspaket und eine kleine (*räusper*) Auswahl selbstgebackener Kekse. Kaffee/Tee, nette Gespräche. Eine schöne Art Weihnachten einzuläuten.

*mjam* Nicht im Bild: Der bunte Keks- und Schokiteller

Wir hatten wegen Autons Mädels noch keine Geschenke unter den Baum gepackt, denn Santa war ja noch auf den Weg zu ihnen. Aber als die Gäste wieder ausgeflogen waren, war Bescherung. Und dann gab's Abendessen: Kartoffelsalat (Mamas Rezept) mit Bratfisch. Typisch deutsch (wobei dort eher als Mittagessen).

Vorbescherungsfoto
 
Sieht vielleicht nicht sooo fröhlich aus, aber wir meinen es ernst:

Frohe Weihnachten - ein gesegnetes Fest im Kreise eurer Lieben!



Vom 27.12. bis 1.1. verabschieden wir uns an den Michigansee und Chicago. Wer von dort eine Karte möchte, schicke mir bitte die Antwort auf dieses Rätsel ... ;)

von www.adler-n-subtract.com

Montag, 7. Juli 2014

Anybody hungry? As seen on ESPN ...

Bevor ich die Koffer packe (denn morgen geht's nach Deutschland!), musste ich diesen Post hier noch loswerden. Ich hoffe, der geneigte Leser ist gerade satt ...


Freitag war "Independence Day", July 4th - arbeitsfrei! Wir trafen uns bei Freunden zum Fußball schauen ("Schlaaand!") und zum anschließenden Grillen. Deutschland hatte gerade die Franzosen abgefertigt, als die Live-Übertragung von ESPN (ein Sportsender, der nur über Kabel zu empfangen ist, was wir daheim nicht haben) plötzlich den Standort wechselte. Nach Rio sah das nicht aus - zu viel Regen ...


Die Zuschauer jubeln nicht über die eingeblendete deutsche WM-Statistik ...

Wie man sieht, war das Publikum dennoch zahlreich erschienen. Und wenig später wussten wir auch, wozu. "Nathan's Famous Hot Dog Eating Contest". Hier die Regeln:

Regeln: Wurst und Brötchen essen; 10 Minuten Zeit; Brötchen nicht länger als 5 Sekunden einweichen; wer kotzt, wird disqualifiziert

Diese Live-Übertragung war irgendwie wie ein Autounfall: Man musste hinschauen, wenn auch widerwillig, irgendwie zwischen Ekel und Faszination. Wir lernten auch, dass nicht nur Hot Dogs um die Wette gegessen werden. Hier die Jahresbilanz der beiden Favoriten des Wettbewerbs in verschiedenen Kategorien.

Wettesskategorien: Gyros, frittierter Spargel (umgerechnet 5,5 kg ...), Tacos, Schweinefleischminibrötchen, Chili (32 oz sind knapp 950ml, das mal acht ...)

Mit großem Trara wurden alle Teilnehmer auf die Bühne gerufen und vorgestellt, auch wenn sich das Kamerabild zunehmend auf die beiden Favoriten fokussierte. Die Mädels in den orangeroten Shirts zählen mit - hier der Zwischenstand nach noch nicht einmal einer Minute ...


Ich würde wirklich gerne wissen, wer sich die Mühe machte, die Fressgeschwindigkeit in "Dogs per Minute" zu messen ...


Ich konnte nicht die ganze Zeit hingucken, denn schließlich brutzelte gerade unser eigenes Essen auf dem Grill und ich wollte mir nicht gänzlich den Appetit verderben. Der Zwischenstand nach zweieinhalb Minuten ...


Ich fragte mich ernsthaft, ob die Zuschauer Eintritt bezahlten oder ihnen Eintritt bezahlt wurde ... Immerhin ist es spannend, nach vier Fünfteln der Zeit liegen die Favoriten gleichauf!


Ob die beiden als Kind oft ein "Schling nicht so!" zu hören bekamen und ihre Wettbewerbsteilnahme Überkompensation ist???


Nachdem auch die letzten vier Sekunden abgelaufen waren, begannen die Juroren mit der offiziellen Zählung (vermutlich der Reste).

Am Ende wird die Flüssigkeit auch getrunken und nicht nur zum Tunken der Brötchen genutzt ...

Heraus kam: Der alte Champion, Joey Chestnut, ist auch der neue. 61 Hot Dogs in zehn Minuten reichten zum Sieg. Seinen Weltrekord von 69 Wurstbrötchen konnte er jedoch nicht knacken. Vielleicht hatte er noch zu viele Schmetterlinge im Bauch, denn unmittelbar vor dem Wettkampf hatte er seiner Freundin noch einen Heiratsantrag gemacht - sie hat angenommen (sogar Spiegel Online berichtete!).

Im Rahmen der Berichterstattung lernte ich auch noch, dass dieses Kampffressen in einer Liga professionell organisiert ist, der MLE (Major League Eating). Ich gehe davon aus, dass der alte und neue Champion vom Wettfuttern leben kann. Trainieren wird er vielleicht an All You Can Eat-Büffets, denn statt eines normalen Ein-Liter-Magens passt in seinen das Vierfache, wie eindrucksvoll demonstriert wurde (man nehme einen menschlichen Torso mit Gummiballon statt Magen und stopfe mehr als 60 Wurstbrötchen hinein = 9. Monat schwanger).


Erstaunlicherweise konnten wir unser Gegrilltes am Freitag doch noch genießen. Allerdings nicht ohne darüber nachzudenken, was wohl die Welthungerhilfe von solchen Wettbewerben hält ...





Sonntag, 6. Oktober 2013

Supermarket-savvy



Durch postcrossing kommen auch einige internationale Leser auf meinen Blog (bzw. die englische Ausgabe davon). So kam es zu der Anregung, mich bei den Alltagsvergleichen auch mal dem Supermarkt zu widmen. Warum bin ich nur nicht früher darauf gekommen ...



Walmart hat sich aus dem deutschen Supermarkt-Markt meines Wissens zurückgezogen, aber hier in den USA ist dieser natürlich präsent, in Rochester mit seinen etwas mehr als 100000 Einwohnern sogar mit zwei Filialen. Daneben gibt es den Konkurrenten Target (Hauptsitz in den Twin Cities) mit auch zwei Filialen. Für beide Märkte gilt aber (für mich): Für den täglichen Einkauf eher nicht geeignet – das würde ich in Deutschland auch nicht bei Kaufland oder Real tun. Ab und zu, für bestimmte Angebote oder das Aufstocken an Konserven oder anderen nicht verderblichen Lebensmitteln vielleicht – aber nicht fürs Alltägliche.



Da denke ich dann doch eher in der Größenordnung von Edeka oder Rewe – und das heißt hier HyVee. Deren Hauptsitz ist in Iowa, die Organisation genossenschaftlich und das Sortiment bietet alles, was man im Alltag so braucht zu immer noch recht humanen Preisen. Drei Filialen gibt es in der Stadt, zwei davon kenne ich, nach unserem Umzug hingegen habe ich mich auf die eine festgelegt, die uns am nächsten liegt.



Mit einer Abteilung namens „Health Market“ gibt es hier auch Bioprodukte oder Glutenfreies. Und vor allem die Milch kaufe ich lieber aus dem Bioregal, denn nur das schließt hormonbehandelte Spenderkühe aus (in der EU ist das verboten, soweit ich weiß). Ansonsten ist das Sortiment recht ähnlich – abgesehen vom unterschiedlichen „Traditionen“: Zwei laufende Meter unterschiedlicher Fertig-Jello-Sorten (so etwas wie Wackelpudding, noch nie probiert), zig Arten von xx chips, die man in Kekse hineinbacken kann/soll (aber gemahlene Haselnüsse gibt es nicht!). Einen ganzen Gang verschiedener Limonaden (sodas), die erahnen lassen, dass Farbstoff „ABC“ ganz weit vorne auf der Zutatenliste steht. Und das nahezu alle Verpackungsgrößen hier in den USA größer ausfallen, entspricht dem Vorurteil. :) Natürlich gibt es hier auch verschiedene kitchen helpers für das schnelle Abendessen, aber die Fix-Produkte von Tante Maggi und Onkel Knorr habe ich in den USA nur in Houston in deutlich schmalerer Auswahl gesehen. Die Instant-Brühe von Knorr, die ich manchmal zum Kochen nehme und Alex gerne mal statt Tee trinkt, wenn es kalt ist, habe ich hier in der Abteilung für mexikanische Importe gefunden – daher heißt sie auch Caldo de Pollo. Tomatensoßen habe ich schon in Deutschland from scratch gemacht, daher stapeln sich auch jetzt Tomaten(mark)konserven in unserem Vorratsschrank.



In Sachen Frühstück gibt es zusätzlich zum Toastbrot auch noch die Auswahl zwischen Bagels, Donuts oder Cinnamon Swirls, Waffeln oder Pancakes (entweder toasterfertig in der TK oder „nur noch Milch hinzugeben“ in der Fastfertigbackabteilung) – alles tendenziell etwas süßer. Und da sind die Regale mit den cereals noch nicht erwähnt. Von dieser Auswahl haben wir einzig TK-Waffeln und Toast ständig im Haus, gelegentlich auch Flakes oder so. Fertigmüsli auf Haferflockenbasis ist mir bislang noch nicht ins Auge gesprungen, dafür gibt es hier Oatmeal (Haferflockenbrei), auch gerne als instant-Produkt.



Wir bleiben beim Frühstück alltäglich meist bei Toast, sonntags gibt es Oatmeal; wenn es schnell gehen muss, wird eine Waffel getoastet und wenn ich Zeit habe und überreife Bananen im Haus sind, gibt es banana pancakes. Made from scratch, denn dann weiß ich, was drin ist. Denn darauf muss man hier in den USA tierisch achten – das habe ich mit Steph gemeinsam. Zum Beispiel: Hier wie auch in Deutschland gilt, dass nicht immer (nur) Vollkorn drin ist, wenn Vollkorn drauf steht. Ich habe mir hier angewöhnt, die Zutatenliste genau zu studieren und sowohl enriched flour als auch high fructose corn syrup zu meiden. Letzterer ist in der EU als Zuckerersatzstoff stark reglementiert.



Dass mir die deutschen Brötchen aus der Bäckerei an der Ecke fehlen, muss ich wohl nicht noch einmal erwähnen, oder? Zumindest in Sachen Kruste als weiße Sauerteigbrötchen gibt es diese aber bei (ersterem der) Außenposten des deutschen Supermarktes: Trader Joe’s und Aldi. Beides sind Töchter des deutschen Großunternehmens "Feinkost Albrecht".



Und der Aldi hier ist dem in Deutschland echt ähnlich: Einkaufswagenpfand (jawohl!), die Waren stehen meist auf Paletten statt im Regal, Einkäufe müssen selbst verpackt werden (sonst macht das der Kassierer oder ein Helfer) und statt einer riesigen Auswahl an Produkten gibt es die Einheitsgröße. Also 5 lb Mehl oder Zucker (statt 1 kg), O-Saft in halben Gallonen (etwa 1,9 Liter). Und einige Produktnamen entsprechen der deutschen Marke: Wir waschen mit Tandil, haben Schoki von Moser-Roth im Schrank und decken uns gelegentlich auch mal mit den meist limitierten Angeboten aus der Reihe „Deutsche Küche“ mit Neuschwanstein im Logo (...) ein. So neulich zum Beispiel mit Erdnussflips, Dosenfisch, Doppelkeks (kennt man in den USA nicht, hier gibt’s nur Oreo), Spätzle und Nürnberger Bratwürstchen.



Trader Joe’s ist ein "Aldi-Biomarkt" und verglichen mit anderen organic Produkten z.B. aus dem HyVee teilweise deutlich günstiger. Hier gibt es auch gemahlenen Mandeln (almond meal), die andernorts unbezahlbar oder erst gar nicht zu bekommen sind – meine Weihnachtsbäckerei ist gerettet, ich werde dieses Jahr wohl erstmals Zimtsterne backen können. Auch kaufe ich hier ganz gerne Käse und (echte) italienische Salami ein.



Für den schnellen Einkauf haben wir seit unserem Umzug das Glück, in Sichtweite zu einem kleinen Supermarkt (Silver Lake Foods) zu wohnen – eine Art Nahkauf. Das Preisniveau liegt hier etwas höher, aber es gibt auch viele Sonderangebote und regionale Produkte. Und nach wie vor gibt es auch den wöchentlichen Farmer’s Market, aber da waren wir länger nicht mehr.



In Sachen Obst und Gemüse unterscheidet sich das Angebot verglichen mit Deutschland nicht sehr. In Texas war es noch auffälliger – klimatisch bedingt gab es zum Beispiel das ganze Jahr Orangen und andere Zitrusfrüchte. Minnesota ist da deutlich mittel- bis nordeuropäischer. Aber auch hier natürlich mit lokalen Präferenzen. Im September gab es Maiskolben, jetzt ist seit kurzem die Kürbissaison eröffnet – nicht nur wegen Halloween. Grüne Bohnen und auch Paprika sind hier wie auch schon in Texas als Gemüse deutlich beliebter als in Deutschland – aber sonst kann ich keine Unterschiede feststellen. Abgesehen von den Kartoffeln vielleicht. Es sind unterschiedliche Sorten und da bin ich doch der Heidekartoffel zu sehr verbunden … Bislang hab ich nur festkochende Exemplare erwischt – blöd, wenn man auch mal Suppe kochen möchte.



Genug der Worte – lasst abschließend Bilder sprechen! Exklusive Eindrücke aus unserem Kühl- und Küchenschrank, in dem nur begrenzt Vorratshaltung betrieben wird.

Vorratsschrank (mit Schwerpunkt auf Tomaten)

Wir waschen deutsch! ;) (Purer Zufall, ich mag den Geruch - und der Preis ist auch vertretbar.)

Kühlschrankchaos ... Der gelbe Pott ist übrigens "I can't believe it is not butter"

Back-Koch-Süß-Vorräte
 Ach ja, der "gute deutsche Sonntagsbraten" würde hier auch auf der Kippe stehen, wenn ich den denn mal machen würde ... Ich hatte mir für diesen Herbst vorgenommen, Rouladen zu machen, wenn ich einen Schlachter/Fleischereiabteilung finde, die weiß, wie das Fleisch dafür geschnitten werden muss ... Aber da bin ich recht zuversichtlich, dass es das im europäisch geprägten Rochester, MN gibt!





Costco, Shopko and Cubs habe ich jetzt gar nicht berücksichtigt, die lohnen sich durch ihr „Kauf viel, spar was“-Programm aber auch erst bei mehr als zwei Essern im Haushalt …

Ansonsten: Alltag, zurzeit und noch bis zum späten Dienstagabend als Strohwitwe. Alex ist auf Konferenz in Südillinois.


Sonntag, 9. Dezember 2012

Winter Wonderland



In Deutschland ist es „plötzlicher“ Wintereinbruch: Schneechaos und die Bahn kommt mal wieder zu spät. Mit 10 bis 20 cm Neuschnee kann man ja auch Mitte Dezember nicht rechnen … Ich hoffe nur, dass die Nachbarschaftshilfe meinen Eltern dabei hilft, den letzten Kilometer von der Kreisstraße aus nicht über (demnächst) festgefrorenen Schnee fahren bzw. schlittern zu müssen.

Das Wetter hier in Rochester ist übrigens genauso. Nach einem bislang viel zu warmen Winter hat es heute den ganzen Tag geschneit. Vom Wetterbericht hieß es dazu gestern abend: „Endlich Schnee!“ Und dem Verkehr auf dem Highway nach zu urteilen, ist der Winterdienst hier auch echt auf Zack. Die Hauptstraßen (und auch die Nebenstraße zu uns) schienen relativ geräumt zu sein. Trotzdem bleibt das Auto, wenn möglich, erst einmal in der Garage – es ist halt doch ein „Texas car“, wenn auch inzwischen mit MatschUndSchnee-Allwetterreifen. Ein weiterer Nebeneffekt: Es wirkt heller draußen und mit Schneedecke wirkt die Weihnachts-LED-Beleuchtung sogar angenehm. Dieses Foto hier habe ich etwa anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang gemacht …

Im Winter Wonderland

Weil es absolutes Suppen- und Eintopfwetter ist, habe ich heute zum ersten Mal eine Nudelsuppe (fast) made from scratch gemacht. Eierstich und Fleischklößchen laut Rezept aus dem Dr. Oetker Schulkochbuch, Vollkornnudeln, TK Erbsen und Möhren und leider keine Brühe aus dem Keller meiner Eltern, sondern Instant Hühnerbrühe von Knorr (hier im Regal für mexikanische Spezialitäten gefunden). Danach war uns richtig schön warm, sogar Alex hatte keine kalten Hände mehr.  Und lecker war sie auch!

Yummy!

Außerdem habe ich ein neues leckeres Rezept ausprobiert, dass ich bei chefkoch.de gefunden habe: Zimtschneckenplätzchen! Es kommt ohne gemahlene Nüsse aus und den Teig kann man auch gut mit einer Weinflasche zwischen Klarsichtfolie ausrollen. Yummy! Außerdem habe ich gelernt, dass man Kokosmakronen nur mit echtem Eiweiß machen sollte.

Schmecken - wie ihre großen Brüder - am besten frisch aus dem Ofen.
  
Morgen geht es dann Walking in a Winterwonderland. *sing* Und den Termin für das biometrics appointment wegen der Verlängerung meiner Arbeitserlaubnis muss ich auch noch (schriftlich) verschieben. Silvester wäre es sonst gewesen, aber dafür fliege ich nicht einmal spontan von Halle nach MSP. Was noch? Ach ja, am Freitag habe ich die theoretische Führerscheinprüfung bestanden: 32 von 40 Fragen an einem Bildschirm müssen richtig beantwortet werden, ich war nach 38 Fragen fertig (weil 32 richtig waren). Um sofort zur praktischen antreten zu können, brauche ich leider nur noch eine Übersetzung meines deutschen Führerscheins. Die dauert etwa zehn Tage – aber lieber so als wie befürchtet drei Monate lang nur unter Alex‘ Aufsicht fahren zu dürfen …

Versicherungstechnisch darf ich hier auch nur mit deutschem Führerschein fahren, das läuft aber irgendwann aus. Und außerdem ist es lästig, jedes Mal den Reisepass mitzuschleppen, um hier Alkohol zu kaufen. Vor allem, wenn das spontan geschieht. Daher überhaupt der US-Führerschein – meinen deutschen darf ich dann behalten.

Dienstag, 27. November 2012

Shopping! (For Christmas bakery ...)



Verzeiht, wenn mein letzter Post unvollständig war. Es ist nicht nur Black Friday allein, der zum Shopping einlädt. Vor Thanksgiving liegt hier „Wipeout Wednesday“, es folgt der „Small Shop Saturday“ und darauf dann der „Cyber Monday“, der aber eine ganze Woche lang geht. Und den es (meinem amazon.de-Newsletter zufolge) auch in Deutschland gibt. Wäre ja auch unfair, bei amazon.com abstauben zu können und auf der deutschen Dependance nicht.

Wir haben am Black Friday übrigens doch noch zugeschlagen und ein echtes Schnäppchen geschossen. In Deutschland hatten wir eine Senseo, die wir aber – der unterschiedlichen Stromsysteme halber – nicht mitgenommen haben. Alex hatte dann bei ebay US eine Schnäppchen Senseo bestellt und ich ihm Pads dafür in eins der Umzugspakete gepackt. Bei Inbetriebnahme erklärte sich dann aber auch das Schnäppchen: Sie lief nicht. Der Umtausch war natürlich ausgeschlossen. Schließlich haben wir uns einen günstigen Single Serve Coffeemaker gekauft, der auch mit Pads lief – allerdings dröppelt das Wasser da nur so durch und es gibt keine Crema. Eine neue Senseo würde uns hier 150 Dollar aufwärts kosten (hier sind Kapselsysteme verbreiteter, z.B. von Keurig) – also beließen wir es erst einmal beim Dröppelkaffee.
Freitag liefen wir also recht ziellos durch Savers – eine Mischung aus 2nd Hand (v. a. durch Spenden), Flohmarkt und 1-$-Shop – und Alex traute seinen Augen nicht. Blau, etwas „gebraucht“ (versifft trifft es besser) und für 7$ stand sie im Regal … Eine US-Senseo! Ich war skeptisch, aber „für 7 Dollar kann man nichts falsch machen“ und so nahmen wir sie mit. Alex hat sie dann geschrubbt, mit Zitronensäurewasser und Backpulverwasser mehrfach gespült und – tada: Kaffee mit Crema. Ideal für uns Nur-morgens-ein-Tässchen-Trinker!



Ansonsten war mein Kaufrausch in letzter Zeit recht zielgerichtet: Zutaten für die Weihnachtsbäckerei! Wobei es weniger ein Einkaufen als vielmehr ein Jagen und Sammeln ist. Alles heißt anders und selbst wenn der Name gleich bzw. leicht zu übersetzen ist, ist die Zusammensetzung es vielleicht nicht. Beispiel: Paniermehl (hier: bread crumbs) – kann mal bitte jemand nachschauen, ob es in Deutschland auch 30(!) Inhaltsstoffe sind?
Von unterschiedlichen Verpackungsgrößen ganz zu schweigen … Hier am Beispiel von Mehl, Zucker und Backpulver:



Schon in Houston gesucht, dort aber nicht gefunden, habe ich Puderzucker. Hierzulande heißt der entweder icing sugar oder powdered sugar. Wahrscheinlich habe ich in Houston einfach nach der falschen Verpackungsform (Dosenzylinder wie Backpulver, Pappquader wie Stärke) gesucht – im hiesigen HyVee gab es den so …



… wer von euch hatte jetzt nicht die Assoziation: „Kokain!“??? *nase reib*

Von meiner Backliste streichen musste ich leider Mamas Nusstaler. Denn gemahlene Nüsse als Backzutat sind hierzulande schlichtweg nicht erhältlich. Selber mahlen ist ohne vernünftige Küchenmaschine auch eher … müßig. Ich habe mir jetzt ein anderes Rezept herausgesucht, das nicht ganz so viele Nüsse (nur 80g) erfordert und werde versuchen gehackte Pecannüsse oder geriebene Mandeln (= in Scheiben) mit „weiblicher Überzeugungskraft“ noch kleiner zu kriegen. Schokostreusel oder –raspel habe ich ebenfalls in beiden Märkten nicht gefunden – aber Chocolate Chips sind mit einem Messer doch recht einfach zu bearbeiten. Den besten Ersatz für Kuvertüre habe ich auch nur geraten. Nach der nussbedingten Revision der Weihnachtsbäckerei sind jetzt noch auf der to-do-Liste: Kokosmakronen, Margaretenplätzchen (nach Mamas Rezept), Orangenstangen und Husarenkrapfen. Vielleicht auch noch etwas Richtung Spekulatius oder Lebkuchen … Ich werde euch berichten!
 
In der Reformhausecke habe ich gemahlene Mandeln bzw. Haselnüsse übrigens gefunden. Mit der Bezeichnung Mandel- bzw. Nussmehl kosten dort etwa 400g zwischen 11 und 13 Dollar – da kann ich mir die Nusstaler ja gleich vergolden lassen!